Violin-Forum
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Autor Thema: Bogentechniken-Überblick  (Gelesen 478 mal)
Polly

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« am: 20. März 2010, 10:40:21 »

Hallo,

nachdem ich nun viele Beiträge gelesen habe melde ich mich auch das erste mal zu Wort. Ich habe direkt eine Frage, die sich mir immer wieder stellt, wenn ich etwas über Bogentechnik höre. Gibt es irgendwo eine tabellerische Übersicht aller Bogentechniken mit Erklärung?
das wäre für mich manchesmal hilfreich.
Kurz zu meiner Person:
Ich hatte fünf Jahre Geigenunterricht, als Jugendlicher, habe in einigen Orchestern mitgespielt. nach Einigen Jahre Pause fange ich wieder intensiv an.
Einige Bogentechniken sind mir unklar, deswegen die Frage.

danke für die Antworten im Voraus

Polly
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Dancla
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« Antworten #1 am: 20. März 2010, 20:39:58 »

Ich denke, dass
[...] eine tabellerische Übersicht aller Bogentechniken mit Erklärung [...]
Dir ohne Lehrer und konsequenten Unterricht nicht viel nützen wird, aber Galamian hat gängige Stricharten in seinem Werk "Grundlagen und Methoden des Violinspiels" aufgelistet und erläutert.
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Holleri du dödl di, diri diri dudl dö!
Henryk
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« Antworten #2 am: 18. Juli 2010, 18:03:16 »

@ Dancla 

Habe mal in den Untiefen meiner Festplatte gewühlt und bin auf Folgendes gestoßen:

Systematik der Stricharten

A.) Liegend (erfordert aktives Tun, d.h. Druck der Bogenhand gegen
     die natürliche Sprungkraft und Elastizität von Bogen und Saiten)

Legato
Portato

Detaché
    Einfaches Detaché
    akzentuiertes Detaché
    Detaché porté
    Detaché lancé

Martelé
   einfaches Martelé
   ausgehaltenes Martelé

Staccato
  festes Staccato
  fliegendes Staccato

B.) Aufgehobene und springende - mit Ausnutzen der
natürlichen Sprungkraft des Bogens durch "Loslassen") - Stricharten

Fouetté ("gepeitschter" Strich)
Collé

Spiccato
   einfaches Spiccato
   fliegendes Spiccato

Sautillé
Ricochet
springende Arpeggien

Literatur:
Ivan Galamian:Grundlagen und Methoden des Violinspiels
Simon Fischer: Basics , Practice
und die ältere Literatur, besonders Carl Flesch, Sevcik u.v.a.

Hallo polly,
herzlich willkommen, Deine Frage ist zwar schon eine Weile her - war abwesend - , aber ich hoffe sehr, daß es nicht Dein einziger Besuch war,

(Und auch viele andere), macht bloß nicht den Fehler, Euch die Finessen der Stricharten autodidaktisch beibringen zu wollen.
Es geht nie ohne die professionelle Hilfe eines Lehrers, ich spreche da aus bitterer Erfahrung, man kann seine Fehler garnicht
selber erkennen, und das souveräne Beherrschen der Stricharten erfordert oft jahrelanges Trainig unter Lehrerkontrolle
Nach dem Abitur habe ich versucht, autodidaktisch  weiterzukommen, und nun quält sich meine Karoline (meine "Chefin") mit Engelsgeduld
ab, mir die Unarten auszutreiben. Hätte ich doch nur neben dem Studium etwas gejobbt, um mir regelmäßigen Unterricht zu leisten.
Aber früher war man ja ziemlich faul - "oh alte Burschenherrlichkeit" 

So ist diese Übersicht nur zum Kennenlernen der Fachausdrücke gedacht.

lg von Henryk, dem aus dem Wald   




   
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cassia
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« Antworten #3 am: 18. Juli 2010, 18:28:05 »

Was ist denn "Fouetté"?
Und wie heißt dieses Gebürste, das ich gar nicht so selten in Orchesterwerken bewundere? Hat was von einem breiten spiccato, wer weiß, was ich meine? Lehrerin nennt es "angesprungen"  Smiley.

Danke, Henryk, für das Lehrerloblied. Ich hatte letzten Donnerstag mal wieder ein sehr harte und doch tolle Stunde und bin der wahrscheinlich größte lebende Fan meiner Chefin!!!! Leider sind jetzt fast 4 Wochen Pause--und Orchesterpause sogar 3 Monate  Cry.
« Letzte Änderung: 18. Juli 2010, 18:42:31 von cassia » Gespeichert

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« Antworten #4 am: 18. Juli 2010, 18:50:41 »

ich habe alle Bände Sevcik durchgespult....mit Hilfe von Lehrern

http://de.wikipedia.org/wiki/Otakar_%C5%A0ev%C4%8D%C3%ADk

da kannst du sogar hineinsehen.
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cassia
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« Antworten #5 am: 18. Juli 2010, 18:59:08 »

Ja, drei davon habe ich. Aber wie heißt es denn nun?
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« Antworten #6 am: 18. Juli 2010, 20:55:48 »

Hallo cassia,
Das Fouetté oder der gepeitschte Strich:
"Der gepeitschte oder Fouetté-Strich wird vom akzentuierten Détaché(hier habe ich es endlich korrekt geschrieben) abgeleitet,
aber hier wird der Akzent hervorgerufen, indem der Bogen(aber nur ein wenig) von der Saite abgehoben
und plötzlich und mit Energie wieder draufgeschlagen wird. Er wird in der oberen Bogenhälfte ausgeführt,
 meist im Aufstrich beginnend..."(Zitat Galamian).

Als Beispiele führt er das Beethovenkonzert, Rondo, Takt 68-69,
das d-Moll-Konzert von Wieniawski, letzter Satz Takt 272-274
und den zweiten Satz aus der Teufelstrillersonate von Tartini, Takt 21-23 an.

edit:unpassende Bemerkung vom Benutzer entfernt
« Letzte Änderung: 18. Juli 2010, 22:06:17 von Henryk » Gespeichert
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« Antworten #7 am: 18. Juli 2010, 23:34:12 »

@henryk: 
für Deine Auflistungen der Bogenstriche.
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« Antworten #8 am: 02. August 2010, 22:39:10 »

... wie heißt dieses Gebürste, das ich gar nicht so selten in Orchesterwerken bewundere? Hat was von einem breiten spiccato, wer weiß, was ich meine? Lehrerin nennt es "angesprungen"  Smiley.

Hallo cassia, Ferndiagnosen sind nicht möglich, aber ich denke, es ist eine der Varianten des spiccato, wie Du schon vermutest.
Die Varianten kann man besten in den Basics von Simon Fischer nachlesen und üben, Übungen 42+43 und 98 - 103

lg von Henryk
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« Antworten #9 am: 02. August 2010, 22:43:04 »

...für Deine Auflistungen der Bogenstriche.

Oh, danke für die Blumen, war mir ein Vergnügen.

lg
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« Antworten #10 am: 02. August 2010, 22:44:25 »

Gebürste interpretiere ich als Tremolo 
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« Antworten #11 am: 02. August 2010, 23:07:38 »

http://www.youtube.com/watch?v=Gees_Bxk2hg ungefähr ab 0:33min. Ich kann´s gerade selber nicht angucken, youtube will nicht  Sad. Ich meine nicht die vielen Abstriche, sondern...naja, eben das Gebürste...

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« Antworten #12 am: 03. August 2010, 14:03:14 »

ohhh was für ein schönes Beispiel (ich liebe diese Sinfonie )
das ist nun wirklich EINDEUTIG Spiccato.
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« Antworten #13 am: 03. August 2010, 14:20:48 »

http://www.youtube.com/watch?v=Gees_Bxk2hg ungefähr ab 0:33min. Ich kann´s gerade selber nicht angucken, youtube will nicht  Sad. Ich meine nicht die vielen Abstriche, sondern...naja, eben das Gebürste..


ohhh was für ein schönes Beispiel (ich liebe diese Sinfonie )
das ist nun wirklich EINDEUTIG Spiccato.

Eindeutig? ... Spiccato wäre aber mehr in der Mitte und ohne Atacken=Ansatz bei jedem Ton,  ich würd eher sagen dies ist  eher Detache am Frosch, wenn auch im ff und marcato und angerissen (attacke bei jedem Ton) - und er springt dann eben auch nach jedem Richtungswechsel. Ich könnte den Strich nicht ohne weiteres definieren. dancla weiss bestimmt GANZ GENAU was das Gebürste ist 59
« Letzte Änderung: 03. August 2010, 14:23:51 von virtuose » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 03. August 2010, 16:17:45 »

Meine Lehrerin nennt es ja "angesprungen" und sagte, eigentlich sei es kein spiccato, sondern tatsächlich eher ein abgehobenes detaché.... ich versuchte fürs Orchester einen ähnlichen Effekt durch ein breites spiccato nah am Frosch zu erzeugen, aber so richtig verstanden habe ich es nicht. Wir hatten es aber auch nur kurz angerissen, weil unsere Konzertmeisterin das so spielte--da es sonst aber keiner nachmachte, blieb es dabei  Grin. Ich frag nochmal nach den Ferien.

Und: ja, ich LIEBE Sibelius!!!

das sagt Cassia (die in 8 Tagen endlich wieder nach Skandinavien reist)

PS Mr. Fischer, jaja, habe ihn gefunden  Smiley.
« Letzte Änderung: 03. August 2010, 18:46:06 von cassia » Gespeichert

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